Oha, eine gute Sache für die Menschen, die sich für ein Studium entschieden haben: Die Psycho-Soziale Beratung! Du magst denken, dass das kein Schwein braucht, die Initiatoren der Uni Köln (schreibzentrum.com) liefern den Beweis, dass diese Art der Beratung für Studenten bitter nötig ist:
“Einer Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zufolge sehen sich 25 % der Studierenden während des Studiums mit einer gravierenden psychischen Krisensituation konfrontiert.”
Aha. Also hat auf Hochdeutsch jeder Vierte, der einem Studium nachgeht, einen an der Klatsche – sei es durch Stress, Prüfungsangst oder Redehemmungen. Ich als waschechter Geisterstudent, der sich auf das Beobachten anstatt das Studieren spezialisiert hat, kann diese Quote von 25 % gut und gerne bestätigen!
Wenn ich morgens in die Gesichter der bahnfahrenden Studenten (ich unterstelle es den Menschen in der Bahn wegen Converse Chucks an den Füßen, seitlichen Umhängetaschen mit lächerlichen Motiven und Gesprächen, die schon jetzt keine geistigen Höchstleistungen erhoffen lassen) blicke, dann sehe ich psychischen Schmerz und oftmals schiere Angst vor den kommenden Stunden in stickigen, meist engen und nicht ergonomischen Räumen. Selber Schuld, sage ich ganz vermessen. Wenn man sich so sehr unter Druck setzt (setzen lässt), dann sollte man sich nicht darüber wundern.
“Sollte sich während der Beratungsgespräche herausstellen, dass eine intensivere therapeutische Behandlung sinnvoll wäre, so geht unsere Beratung entweder in eine Kurztherapie über oder aber wir helfen dabei, eine/n Psychotherapeuten/in zu finden.” (Zitat: schreibzentrum.com)
Nun kommt also die PSB ins Spiel und suggeriert Psycho-Soziale Beratung. Meine Frage ist nun, ob sich das überhaupt noch lohnt und ob es nicht viel einfacher und effektiver wäre, wenn man den Studenten von Anfang an den Freiraum zur persönlichen Ent-Wicklung (psychisches Heranreifen, Wachstum der Sozialkompetenzen, Offenheit, etc.) lassen würde, anstatt sie (neuerdings noch brutaler) in Bachelor-Druck-Pressen zu scheuchen, um wahrhafte Zombies zu reproduzieren?!
Anstatt ein soziales Umfeld und eine soziale Behandlung innerhalb des Studiums von Beginn an zu garantieren, wird hier das Trostpflaster in Form einer kostengünstigen Beratung auf die Wunde gedrückt. Mit anderen Worten:
“Tja, da musst du durch. Es passiert statistisch 25 % der Studierenden, also brauchst du dich nicht schämen…”
Ich empfinde diese Notlösung als Schweinerei am Menschen “Student”. Es kann nicht sein, dass erst Druck systematisch aufgebaut wird, um ihn dann durch selbsternannte “Heilige” wie die Leute im PSB wieder abbauen zu lassen. Von einer Abhängigkeit in die nächste – merkst du das denn nicht?
